| 6 von 10 Frauen mit Kinderwunsch beginnen zu spät mit der Folsäureeinnahme.
Beginnen Sie rechtzeitig!
Vier Wochen vor der Konzeption bis drei Monate nach Schwangerschaftsbeginn sollten Sie ein Folsäure-Präparat zu sich nehmen. Denn der 18. Tag der Schwangerschaft entscheidet.
|
Alle Frauen ohne zuverlässigen Konzeptionsschutz sollten bereits vier Wochen vor der Konzeption zusätzlich zu einer gesunden, folsäurereichen Ernährung mindestens 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag in Tablettenform zu sich nehmen – und dies bis drei Monate nach Schwangerschaftsbeginn.
Vier Wochen vor der Schwangerschaft beginnen.
Die Einnahme von Folsäure zum richtigen Zeitpunkt verhindert mit einer sehr grossen Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind mit einem offenen Rücken oder einer offenen Schädeldecke zur Welt kommt. Beide Defekte sind nicht therapierbar.
Sicher verhüten oder täglich Folsäure zu sich nehmen.
Wenn Sie keine sichere Verhütungsmethode anwenden, ist es angebracht, täglich ein Folsäure-Präparat einzunehmen. Denn bis Sie merken, dass Sie schwanger sind, ist der entscheidende 18. Tag der Schwangerschaft schon vorbei.
|

Normaler Tagesbedarf |
Hintergrund
Der Embryo bildet am 18. Tag der Schwangerschaft auf dem Rücken die Neuralplatte – das ist dasjenige Gewebe, aus dem sich das Nervensystem entwickeln wird. Im Zentrum dieser Platte entsteht eine Längsrinne, die sich in den folgenden Tagen tiefer einsenkt und zu einem Rohr umformt. Am 24. oder 25. Tag ist der Verschluss dieses Neuralrohrs abgeschlossen.
Bei einer Folsäure-Unterversorgung besteht die tragische Möglichkeit, dass sich das Neuralrohr und darüber auch die Wirbelbögen bzw. das Schädeldach nie mehr verschliessen. Auch die Haut bedeckt diesen Defekt nicht. Das nicht fertig gebildete Rückenmark oder die Gehirnanlage, d.h. die Neuralplatte, liegt bei der Geburt offen und wird unter dem Druck der Rückenmarksflüssigkeit vorgewölbt.
Liegt der fehlende Verschluss im Rückenbereich, kommt das Kind mit einer «Spina bifida» zur Welt. Wenn dies am Kopf passiert mit einer «Anencephalie». Während Kinder mit einer «Anencephalie» schon wenige Stunden nach der Geburt sterben, überleben jene mit «Spina bifida» im Rückenbereich, sind aber trotz sofortiger Operation unterhalb des Defektes mehrheitlich gelähmt. Sie werden ihr Leben im Rollstuhl verbringen und mit gravierenden Störungen der Urin- und Stuhlentleerung zu kämpfen haben.
Aufgrund des positiven Einflusses auf die Zellteilung verhindert Folsäure einen grossen Teil möglicher Neurahlrohrdefekte (Spina bifida) bei ungeborenen Kindern. |
Folgende angeborene Fehlbildungen sind auf einen Mangel an Folsäure zurückzuführen:
| Fehlbildungen |
Mögliche Verhinderung durch Folsäureprophylaxe |
| «Spina bifida» (offener Rücken) |
bis zu 75% |
| Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten |
bis zu 65% |
| Angeborene Herzfehler |
35% - 53% |
| Fehlbildungen der Harnwege |
78% - 83% |
| Kindliche Leukämie |
bis zu 60% |
| Down-Syndrom |
k. A. |
|